Auf dem Weg zum neuen Roman

Muss man dabei auf Recherchereise gehen?

Die Antwort ist schnell gegeben: Es schadet nicht.

Stellt euch vor ihr habt eine Idee für eine Geschichte im Kopf. Ihr setzt euch hin. Fangt voller Enthusiasmus an, sie zu schreiben … Oh ja. Ihr habt alles klar vor Augen. Die Idee ist eben richtig gut. Daraus könnt ihr eigentlich nur einen noch besseren Roman machen. Wenn es da nicht diese klitzekleine Kleinigkeit gäbe:

Das Umfeld, in dem eure Geschichte spielt.

Mit dieser dann doch riesigen Kleinigkeit beschäftige ich mich auch im Roman, an dem ich gerade arbeite. Das heißt, wie ich bereits hier angekündigt habe, recherchiere ich. Vieles konnte ich bereits googeln. Aber bei weitem nicht alles. Es gibt eben mitunter Eindrücke, die man nur vor Ort sammeln kann; wenn es denn möglich ist.

  • Bei Sciencefiction auf dem Mars ist es vermutlich schwer.
  • Jules Verne hätte auch keine Reise zum Mittelpunkt der Erde machen können.

Für meine Geschichte konnte ich aber auf Reisen gehen; und mich zusammen mit meiner Freundin auch sehr gerne in das Grenzgebiet zwischen Krimml in Österreich und dem Ahrntal in Südtirol begeben. Dort hin, wo einst Schmuggler unterwegs waren, um der Not zu entrinnen.

Ueber Grenzen gehen

Zu ihnen gehört auch meine Protagonistin, Maria.

Eine junge Frau, die einerseits schwankenden Brücken aus dem Weg geht …

Bruecken-bauen
… und andererseits schwer bepackt über die Krimmler Tauern geht, damit ihre Familie überleben kann.

Schmuggelpfade
Die noch nie verliebt war, es aber auf einmal trotzdem ist – in eine Frau.

Das alles durchlebt Maria in einer Zeit, in der Frauen generell ihre Rollen im Alltag neu definieren (müssen), weil sich die Gesellschaft im Wandel befindet. Dabei besteht immer die Gefahr, dass die Menschen lieber in alte Gewohnheiten verfallen. Das zu verhindern, ist für keine der Frauen leicht; auch nicht für Maria. Zumal ihr keine Zeit bleibt, in ihre neue Rolle hinein zu wachsen.


An dieser Stelle hatte ich eigentlich vor, die Aufnahme einer kurzen Lesung zu meinem Werk einzuspielen, direkt von den Krimmler Wasserfällen. Ich hatte bereits die Anfangsszene in Händen, die Kamera auf mich gerichtet – und dann hat sich Staub aus unzähligen kleinen Wassertropfen auf mich und das Blatt Papier gelegt, auf dem der Anfang meiner Geschichte stand.

Aber das Getöse der ins Tal donnernden Wassermassen hätte sowieso jedes meiner Worte geschluckt.
Daher gibt es nur bildliche Impressionen dazu.

Vom tosenden Wasserfall …

Der kleine Wasserfall

Sorry – falsches Bild.
Dieser tosende Wasserfall ist gemeint.

Leseversuch

Ich hoffe, ich konnte euch damit ein paar Einblicke in den anstrengenden Alltag einer Autorin geben. Vor allem wäre es schön, wenn ich euch damit neugierig auf die Geschichte gemacht habe, die hinter den Bildern steht.

Eure Rike